Kindeswohl befördern, Kinderschutz umsetzen: Kinder im Kontext von Partnerschaftsgewalt

Montag, 05.07.2021 - Freitag, 09.07.2021

Online-Kurs

WORUM ES GEHT

Im Jahr 2019 wurden 141.792 Fälle von Gewalt in Beziehungen registriert, durch die Corona-Pandemie lässt sich darüber hinaus ein Anstieg von häuslicher Gewalt verzeichnen. In viele dieser gewaltgeprägten Beziehungen sind Kinder involviert, die nicht nur zu Zeug*innen dieser Gewalt werden können, sondern zugleich auch Opfer der häuslichen Gewalt sind. Das Miterleben häuslicher Gewalt kann für Mädchen und Jungen in den betroffenen Familien dazu führen, dass sie an dem Ort, an dem sie sich geborgen und geschützt fühlen sollten, eine Atmosphäre von Wut, Hass, Angst und Verzweiflung spüren und sich in Folge oft hilflos, traurig, ohnmächtig oder sogar schuldig fühlen, weil sie der Gewalt nicht Einhalt gebieten können oder sich gar selbst als Auslöser für die Gewalt verstehen. Es kann in Folge zu massiven Entwicklungsbeeinträchtigungen bei den Mädchen und Jungen führen. Außerdem sind elterliche Erziehungsüberforderung, mangelnder Fürsorge und Bindungsunfähigkeit bis hin zur Kindesvernachlässigung eine häufige Folgeerscheinung.

Daher ist es wichtig, dass Mädchen und Jungen vermittelt wird, dass es Hilfe gibt und sie nicht alleine gelassen werden. Fachkräfte sollten daher um diese Zusammenhänge wissen, um den in diesen Familien aufwachsenden Kindern frühzeitig Unterstützung im Sinne des Kindeswohls und des Kindesschutzes sowie hinsichtlich kindlicher Resilienzstärkung zu ermöglichen.

SEMINAR

Einen wichtigen Baustein bei der Unterstützung der Kinder bilden Vernetzung und Kooperationsbeziehungen zwischen den mit der Problematik Partnerschaftsgewalt konfrontierten Fachkräften und den unterschiedlichen Institutionen wie Frauenhäusern und Kindertagesstätten. Der Kurs richtet sich daher an diese Fachkräfte, die sich mit aktuellen Erkenntnissen zur Thematik auseinandersetzen möchten und verbesserte Kooperationsbeziehungen im Sinne des Kindeswohls und Kinderschutzes anstreben. Die unterschiedliche fachliche Expertise der Teilnehmenden bietet von Beginn an die Chance zur Vernetzung und zum Ausbau von Kooperationsbeziehungen.

In der Fortbildung, die in Kooperation mit Prof. Dr. Angelika Henschel von der Leuphana Universität stattfindet, werden die Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Partnerschaftsgewalt vermittelt. Dabei wird Partnerschaftsgewalt auch als strukturelle Gewalt in Geschlechterverhältnissen in den Blick genommen. Hierdurch können die Entwicklungsrisiken und Gefährdungsmomente für Kinder besser erkannt werden. Unter anderem am Beispiel der Arbeit in Frauenhäusern werden kindliche Risiko- und Schutzfaktoren betrachtet und Möglichkeiten der Resilienzstärkung von Mädchen und Jungen thematisiert.

In Kleingruppen tauschen sich die Teilnehmenden anhand der im Kurs gewonnen Erkenntnisse und ihrer bisherigen Erfahrungen im jeweiligen pädagogischen Tätigkeitsfeld aus und entwickeln erste Ideen, wie sie Kindeswohl befördern und Kinderschutz in Bezug auf neue Kooperationsmöglichkeiten auf- und ausbauen können.

Kursleitung: Oxana Klein

Dozentinnen: Prof. Dr. Angelika Henschel, Birgit Schwarz

In Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg

Logo Leuphana

 

 

Dieser Kurs ist als Bildungsurlaub möglich für Beschäftigte, die die Inhalte der Veranstaltung für die Ausübung ihrer hauptberuflichen, ehrenamtlichen oder nebenberuflichen Tätigkeit benötigen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Faltblatt mit Anmeldeformular folgt in Kürze.